Wie ich zum Nähen kam

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Wenn eines in meiner Kindheit und Jugend immer präsent war, dann das Nähen und all das Durcheinander drumherum. Nicht bei mir natürlich, sondern meine Mutter nähte und näht auch mit über 70 Jahren noch immer sehr viel. In unserem Zuhause war immer irgendwo eine große, leicht chaotische Nähecke meiner Mutter, in der sie alles Mögliche fertigte und änderte. Vermutlich waren meine Schwester und ich die bestangezogensten Kinder im Dorf. Später als Teenie war mir Selbstgenähtes eher peinlich, wollte man doch damals nichts mehr als eine coole Markenjeans und noch coolere Turnschuhe. Den Wert der genähten Dinge habe ich nicht begriffen und ausserdem war mir wichtig, etwas eigenes zu machen. Also strickte ich (und das tue ich noch immer gerne!). Etwas älter geworden habe ich dann doch mal ein paar Kleinigkeiten wie Shorts und Schlabberhosen genäht, woraufhin das Ganze aber auch wieder recht schnell eingeschlafen ist und nun etwa 30 Jahre im Dornröschenschlaf lag.

Meine Mutter änderte hin und wieder Sachen für mich, aber irgendwie wurde mir dann doch bewusst, das geht nicht immer so weiter. Entweder ich lerne das jetzt oder ich renne mit all meinen Wünschen in irgendwelche Änderungsschneidereien. Ich habe mich für die erste Variante entschieden und dann im Februar diesen Jahres eine einfache Nähmaschine bekommen, die zuhause nicht mehr gebraucht wurde. Und seitdem nähe ich mit sehr viel Freude. Die klapprige Billigmaschine habe ich noch immer. Laut ist sie und sie kann auch nicht viel, aber für Zickzack und gerade Nähte ist sie vollkommen okay. Lieber habe ich mein Geld für eine Coverlock gespart, die kürzlich bei mir eingezogen ist. Nun bin ich bestens gerüstet für alles, was ich machen möchte und von dem ich Euch hier berichten werde.

So spät nochmal mit dem Nähen anzufangen finde ich echt toll und spannend. Es hilft mir, abzuschalten und den Kopf frei zu bekommen, egal, was ich gerade nähe. Ich bin sicher noch keine erfahrene Näherin, aber ich bin sehr stolz auf das, was ich in dem halben Jahr geschafft habe. Anfangs wollte ich nur Kleinigkeiten, Reparaturen und Änderungen machen, bin aber sehr schnell zu den ersten einfachen Kleidungsstücken gekommen. Das macht Spaß und ich kann mir die Dinge nähen, so dass sie gut sitzen. In großen Größen ist das oft ein Problem, zu verschieden sind die Figuren. Wenn ich einen schönen und plussizetauglichen Schnitt finde, werde ich auf jeden Fall darüber berichten!

Bis zum nächsten Mal!
Anyusha